Alkoholfreie Getränke auf Firmenevents:
Der Trend, den Sie nicht ignorieren sollten
Wer vor drei Jahren auf einer Berliner Firmenfeier nach einem guten alkoholfreien Drink gefragt hat, bekam meistens ein Glas Wasser, einen Apfelsaft – oder einen etwas hilflosen Blick des Cateringpersonals. Das hat sich grundlegend verändert.
Die Art, wie wir trinken, ist im Wandel. Und dieser Wandel kommt nicht leise – er kommt mit fermentierten Tees, handwerklich destillierten Null-Prozent-Gin-Alternativen und einer ganzen Generation junger Menschen, die schlicht keine Lust mehr auf Kater haben.
Eine Generation trinkt anders
Die Zahlen sind eindeutig: Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) trinken heute nur noch 38,8 Prozent der Männer zwischen 18 und 25 Jahren mindestens einmal pro Woche Alkohol – und bei den Frauen derselben Altersgruppe sind es sogar nur noch 18,2 Prozent. Das sind die niedrigsten Werte seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1973.
Gleichzeitig zeigt eine YouGov-Analyse aus dem Jahr 2026: Nur noch 68 Prozent der Deutschen trinken überhaupt Alkohol – 2015 waren es noch 78 Prozent. Jeder vierte Erwachsene verzichtet inzwischen ganz darauf.
Was steckt dahinter? Gesundheitsbewusstsein ist ein Teil der Antwort – laut Shell Jugendstudie 2024 achten 83 Prozent der Jugendlichen bewusst auf ihre Gesundheit. Aber es ist mehr als das. Alkohol verliert bei jungen Menschen als Symbol für Freiheit oder Coolness an Bedeutung. Die sogenannte „Sober Curious“-Bewegung – das bewusste Hinterfragen des eigenen Trinkverhaltens ohne totales Dogma – ist aus Großstädten wie London und New York längst nach Berlin geschwappt. Man trinkt nicht mehr aus Gewohnheit, sondern entscheidet bewusst, was ins Glas kommt.
Was sich auf dem Markt getan hat – und was Berlin damit zu tun hat
Noch vor wenigen Jahren war das Angebot an alkoholfreien Alternativen ehrlich gesagt mager. Alkoholfreies Bier mit überschaubarem Geschmack, süße Säfte oder – in gehobenen Restaurants – ein freundlich gemeinter Traubensaft zum Menü. Das ist heute kaum wiederzuerkennen.
Bier macht den Anfang: Alkoholfreie Biere haben 2025 erstmals zehn Prozent Umsatzanteil im deutschen Lebensmittelhandel erreicht. Was jahrelang Nische war, ist Mainstream.
Wein zieht nach: Die Einkaufsmenge bei alkoholfreien Weinen stieg 2024 um 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der Umsatz um 68 Prozent. Der Sprecher des Deutschen Weininstituts prognostiziert, dass in einigen Jahren jedes Weingut einen alkoholfreien Wein im Angebot haben wird.
Spirituosen-Alternativen sind das spannendste neue Segment: Marken wie Seedlip, Lyre’s oder die Berliner Brandstifter Alkoholfrei zeigen, dass destillierte Null-Prozent-Produkte auf gleichem Niveau wie ihre alkoholhaltigen Vorbilder mitspielen können. Dazu kommen ganz neue Kategorien: Sparkling Teas, fermentierte Kräuterdrinks, Kombucha in Barqualität, alkoholfreie Aperitife und Vermut-Alternativen. Es sind keine Ersatzprodukte mehr – sie haben eigene Identitäten.
Berlin ist beim Thema alkoholfrei besonders früh und sichtbar vorangegangen. In Schöneberg hat sich die Fabelei als Cocktailbar mit ernsthaftem alkoholfreiem Programm einen Namen gemacht – Drinks wie der „Granny Smith Spritz“ oder der „Sober Game Changer“ stehen gleichberechtigt auf der Karte, nicht als Fußnote. Die Saphire Bar in Prenzlauer Berg führt rund 130 Cocktail-Kreationen, darunter viele nullprozentige Drinks – nicht nur im Januar. In Charlottenburg hat die Viniculture als dezidierte alkoholfreie Weinhandlung gezeigt, dass es für dieses Segment eine echte Nachfrage gibt.
Warum das auch Ihr Firmenevent betrifft
Stellen Sie sich vor, Sie laden 80 Mitarbeitende zu einem Sommerfest ein. Darunter sind Menschen, die aus religiösen Gründen keinen Alkohol trinken. Menschen in der Schwangerschaft. Menschen, die schlicht keinen Alkohol mögen oder am nächsten Morgen noch fahren müssen. Und zunehmend: Menschen, die bewusst nüchtern leben – ohne dass das irgendjemandem etwas angeht oder erklärt werden müsste.
Wenn diese Gruppe mit Wasser und Limo dasitzt, während alle anderen anstoßen und sich über neue Entdeckungen auf der Getränkekarte austauschen, dann sendet das eine unbeabsichtigte Botschaft. Eine über Zugehörigkeit.
Inklusion endet nicht beim Catering-Menü. Sie zeigt sich darin, dass jede Person am Event gleichwertig teilnehmen kann – auch am geselligen Aspekt des Anstoßens. Und wenn ein Drittel der jüngeren Belegschaft tendenziell weniger oder gar keinen Alkohol trinkt, sind das keine Ausnahmen mehr – das ist ein signifikanter Teil des Raums.
Das Präsentationsproblem – und die Lösung
Alkoholfrei scheitert auf vielen Events nicht am Angebot, sondern an der Platzierung. Ein einzelner alkoholfreier Sekt hinten links neben dem Mineralwasser, unbezeichnet und halb hinter einer Serviette versteckt – das ist kein Angebot. Das ist ein schlechtes Gewissen in Flaschenform.
Die wirkungsvollste Lösung, die wir inzwischen immer häufiger umsetzen: eine eigene alkoholfreie Bar-Station – gleichwertig positioniert, nicht als Anhängsel. Zum Empfang wartet ein alkoholfreier Sekt oder ein hausgemachter Kombucha-Spritz, optisch genauso elegant wie der Prosecco nebenan. An der Station stehen zwei, drei Signature-Mocktails, eigens für das Event entwickelt – frisch zubereitet, mit echten Zutaten, alkoholfreien Destillaten als Basis. Beim Anstoßen gibt es keinen Unterschied im Glas.
Fazit
Der Wandel in der Trinkkultur ist keine vorübergehende Modeerscheinung. Er ist demografisch verankert, kulturell gestützt und marktseitig bestätigt. Wer jetzt anfängt, alkoholfreie Optionen nicht als Pflichtübung, sondern als echten Bestandteil der Getränkeplanung zu behandeln, schafft Events, bei denen sich wirklich alle wohlfühlen.
Die entscheidende Frage bei der Planung eines Firmenevents lautet: Können alle unsere Gäste gleichwertig teilnehmen? Wenn die Antwort noch nicht sicher „ja“ lautet – dann wäre das ein guter Startpunkt für das nächste Gespräch mit uns.
Sie planen ein Firmenevent in Berlin und möchten das Getränkekonzept neu denken? Wir bei Berlin Event helfen Ihnen dabei – von der Getränkeauswahl bis zur vollständigen Eventplanung.
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